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Dienstag, 28. Juli 2020

Festtag zum hl. Pantaleon in Niederkirchen

Der Festtag eines Heiligen erinnert an Pandemien im Mittelalter

Nach uralter Tradition wurde, am Vortag des Gedenktages des heiligen Pantaleon den 26.7.2020, ein feierliches Hochamt gefeiert. Wie in den letzten Wochen und wegen Corona und Malerarbeiten bedingt, fand der Gottesdienst und die Andacht auf dem neuen Kirchvorplatz statt, wo viele fleißige Helfer (Blumenfrauen, Sakristanen, Empfangsdienst, Männer die die Bänke stellten…) tätig waren.

Allen sei an dieser Seite ein herzliches Vergelt`s Gott gesagt.

Pantaleon (übersetzt „Der ganz Barmherzige“ oder „Allerbarmer“) stammte aus Nikomedia (Izmir) und starb um 305. Da bei seinem Martyrium statt Blut, Milch aus seinen Wunden geflossen sein soll, wird er als Patron der Ärzte, Hebammen und Ammen und gegen Kopfschmerzen angerufen.

Seine Verehrung kam, aus dem orientalischen Raum, im 8. Jahrhundert ins Abendland. Gefördert wurde der Kult durch die Frau Kaiser Ottos II., Kaiserin Theophanu, welche die Reliquien des Heiligen nach Köln brachte. Von dort breitete sich die Verehrung des hl. Pantaleon im ganzen ostfränkischen Reich aus.

Im 14. Jahrhundert erreichte die Verehrung des Heiligen mit der Aufnahme in die Gruppe der 14 Nothelfer seinen Höhepunkt.

Nach neuesten Erkenntnissen könnte das Gelübde bzw. die besondere Verehrung des heiligen Pantaleon in Niederkirchen auf das Jahr 1356 zurückgehen. Nachdem die Pest 1346, aus China kommend, über Konstantinopel (Istanbul) und Marseille 1349-1351 bei uns wütete und 1352 plötzlich ein Ende fand.

1356 brach erneut die Pest aus und verbreitete sich wieder rasch über Europa. Diese zweite Pandemie auch "Kinderpest" genannt, forderte besonders viele Opfer unter den Kindern und Jugendlichen. Diese waren, im Gegensatz zu den Erwachsenen, die die Pestepidemie von 1349 - 1351 überlebt hatten, nicht immun.

1423 wird in Niederkirchen eine Kaplanei [Pfründe eines Kaplanes] erwähnt. 1791 berichtete Pfarrer Paul Henrici von vielen Leuten mit ihren Kindern, die aus der Umgebung zu dem Fest kamen und beschwerte sich wegen großen Lärms.

Noch in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts kamen Devotionalienhändler am Festtag des hl. Pantaleon nach Niederkirchen.
Erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entstand der Brauch dem Heiligen Pantaleon die ersten reifen Trauben zu bringen. Dieses Jahr waren es „Rote Muskateller“ und „Königin der Weingärten“ die aus Niederkirchens Gärten stammen.

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