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In dieser Übersicht finden Sie alle Gemeinden der Pfarrei Hl. Michael in Deidesheim:

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Mittwoch, 27. Dezember 2017

Sternsinger unterwegs

„Segen bringen, Segen sein. Gemeinsam gegen Kinderarbeit – in Indien und weltweit!“

Wie jedes Jahr werden zu Beginn des neuen Jahres wieder die Sternsinger in unseren Gemeinden unterwegs sein.  „Segen bringen, Segen sein. Gemeinsam gegen Kinderarbeit – in Indien und weltweit!“ heißt das aktuelle Leitwort der Aktion Dreikönigssingen, bei der in allen 27 deutschen Bistümern wieder Kinder und Jugendliche in den Gewändern der Heiligen Drei Könige von Tür zu Tür ziehen werden.

Dieses Jahr werden unsere Sternsinger im Gottesdienst am 31.12.2017 um 09:00 Uhr in Niederkirchen in alle fünf Gemeinden ausgesandt. An folgenden Tagen sind sie dann in den Gemeinden unterwegs und hoffen auf viele offene Türen:

  • Deidesheim: Samstag, 06.01.2018, Sonntag, 07.01.2018 und Montag, 08.01.2018
  • Forst: Sonntag, 07.01.2018
  • Meckenheim:  Sonntag, 07.01.2018
  • Niederkirchen:  Samstag, 06.01.2018
  • Ruppertsberg: Samstag, 06.01.2018 und Sonntag 07.01.2018

Mit ihrem Motto machen die Sternsinger überall in Deutschland auf die Lebenssituation von arbeitenden Kindern aufmerksam. In weiten Teilen der Welt müssen Mädchen und Jungen unter oft unwürdigen, gefährlichen und gesundheitsschädlichen Bedingungen arbeiten. Alleine in Indien sind 60 Millionen Mädchen und Jungen davon betroffen.

Bei ihrer zurückliegenden Aktion hatten die Mädchen und Jungen zum Jahresbeginn 2017 bundesweit mehr als 46,8 Millionen Euro gesammelt. Rund 300.000 Sternsinger und rund 90.000 Begleitende hatten sich in 10.328 Pfarreien, Schulen und weiteren Einrichtungen beteiligt. Mit den gesammelten Spenden können die Sternsinger mehr als 1.600 Projekte für benachteiligte Kinder in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa unterstützen. Durch ihr Engagement werden die kleinen und großen Könige zu einem Segen für benachteiligte Gleichaltrige in aller Welt. Neben dieser gelebten Solidarität tragen die Sternsinger den christlichen Segen für das neue Jahr in die Wohnungen und Häuser der Menschen.

Gemeinsam mit ihren jugendlichen und erwachsenen Begleitern haben sich auch die Sternsinger aus unserer Pfarrei Hl. Michael auf ihre Aufgabe vorbereitet. Sie kennen die Nöte und Probleme von Kindern rund um den Globus und sorgen mit ihrem Einsatz für die Linderung von Not in zahlreichen Projektorten.

Gemeinsam gegen Kinderarbeit

Nicht jede Arbeit von Kindern ist ausbeuterisch: In der Mithilfe zuhause, im eigenen Betrieb oder auch woanders, können Jungen und Mädchen durch Mithilfe und Mitarbeit im familiären Umfeld oder in einem anderen geschützten Rahmen praktisch und sozial lernen, ihre Persönlichkeit entwickeln und sich Wünsche erfüllen. Für viel zu viele Kinder weltweit jedoch bedeutet Arbeit Ausbeutung. Sie setzen in Steinbrüchen und Minen ihr Leben aufs Spiel, schleppen Lasten, verkaufen im Smog der Megastädte Waren aller Art, knüpfen von morgens bis abends Teppiche oder nähen billige Kleidung. Ihre Rechte werden missachtet, ihre Gesundheit geschädigt, sie gehen nicht oder kaum zur Schule.

Internationale Konventionen

Nach Schätzungen der Internationalen Arbeitsorganisation (International Labour Organization, ILO) sind derzeit elf Prozent aller Kinder und Jugendlichen im Alter von fünf bis 17 Jahren Kinderarbeiter. Sie müssen unter Bedingungen arbeiten, die ihre elementaren Rechte und Chancen einschränken oder sie ihnen rauben. Kaum oder nicht zur Schule gehen zu können, ist eine massive Verletzung der Kinderrechte und beeinträchtigt ihre Chancen auf eine bessere Zukunft genauso wie gesundheitliche Schäden. Etwa 85 Millionen Kinder arbeiten unter „schweren ausbeuterischen Bedingungen“. Internationale Abkommen und Konventionen haben daher wegweisende Normen gegen ausbeuterische Kinderarbeit gesetzt, so etwa die ILO-Konventionen 138 und 182 sowie die UN-Kinderrechtskonvention. Die UN-Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung von 2015 erneuert die internationale Verpflichtung, „die schlimmsten Formen der Kinderarbeit, einschließlich der Rekrutierung und des Einsatzes von Kindersoldaten, zu verbieten und zu beseitigen, und bis 2025 alle Formen der Kinderarbeit abzuschaffen.“ Die schrittweise Umsetzung dieser internationalen Rahmenabkommen hat gemäß dem ILO-Bericht „Marking progress against child labour“ (2013) in den vergangenen Jahren zu einem deutlichen Rückgang der Zahl von arbeitender Kinder weltweit geführt. Diese internationalen Abkommen sind die völkerrechtliche Basis für den Kampf gegen die Ausbeutung von Kindern weltweit – sie bilden die Grundlage dafür, dass sich den noch immer viel zu zahlreichen ausgebeuteten Kindern bessere Perspektiven eröffnen.

Ineinandergreifende Ansätze

Wirft man einen Blick auf die Ursachen von Kinderarbeit und lässt arbeitende Kinder und Projektpartner vor Ort zu Wort kommen, so stellt sich die Wirklichkeit vielschichtig dar: Armut und ein fehlendes gesichertes Einkommen der Eltern sind die Hauptursachen von Kinderarbeit. Deshalb braucht es – neben Gesetzen gegen Kinderarbeit – staatliche und zivilgesellschaftliche Programme, die einen Weg aus der Armut ermöglichen und Familien in die Lage versetzen, auf den Lohn ihrer Kinder verzichten zu können. Vielerorts ist auch ein Mentalitätswechsel nötig. Denn in vielen Gegenden der Erde ist es noch nicht selbstverständlich, dass Kinder zur Schule gehen können, Freizeit haben und besonders geschützt werden. Das Wohl des Kindes wird oft nicht vorrangig berücksichtigt, wie es die UN-Kinderrechtskonvention eigentlich vorschreibt. Das hat auch mit kulturelle Gegebenheiten und Traditionen zu tun. Die Projektpartner der Sternsinger müssen manchmal viel Überzeugungsarbeit leisten, um (ausbeuterische) Kinderarbeit zu bekämpfen. Dabei gibt es nicht den einen Lösungsweg, der für alle Situationen passend ist. Stattdessen setzen die Partner vor Ort auf verschiedene, einander ergänzende Ansätze.

Die Aktion Dreikönigssingen unterstützt die Projektpartner in diesen unterschiedlichen Ansätzen, ausbeuterische Kinderarbeit zu bekämpfen und arbeitende Kinder zu fördern und zu begleiten, damit sie regelmäßig zur Schule gehen können und genug Freizeit haben. Die internationalen Abkommen der ILO und die UN-Kinderrechtskonvention sind Grundlage und Bezugsrahmen dieser Arbeit.

Kinder beteiligen

Neben der Armutsbekämpfung und Bewusstseinsbildung vor Ort ist die Beteiligung der betroffenen Kinder und Jugendlichen selbst ein zentrales Anliegen der Aktion Dreikönigssingen. Daher fördern unsere Projektpartner Kinderrechteclubs oder Kinderparlamente: Arbeitende Kinder tauschen sich aus, informieren sich gegenseitig über ihre Rechte und entwickeln gemeinsam Aktivitäten, um ihre Situation zu verbessern. Oft fordern sie mehr als ein Verbot der Kinderarbeit: die Anerkennung ihrer Meinung. Für sie geht es beim Thema Kinderarbeit auch um Achtung und Schutz. Sie wissen, dass Kinderarbeit nicht einfach von heute auf morgen abgeschafft werden kann. Deshalb setzen sie sich für einen realistischen Blick auf ihre Situation ein.

Fairen Handel stärken

Einen Betrag zur Bekämpfung von Kinderarbeit leisten die Träger der Aktion – das Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘ und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) – zudem als Gesellschafter der GEPA und Akteure im Fairen Handel: Wir setzen uns dafür ein, dass das öffentliche Bewusstsein für die Zusammenhänge von Handel, Konsum und Kinderarbeit wächst.

Die Aktion Dreikönigssingen verfolgt gemeinsam mit ihren Partnern in den Projekten mehrere komplementäre Ziele, um Kinder vor Ausbeutung zu schützen und ihre Entwicklung zu fördern. Die Verfolgung dieser Ziele fordert sie auch von Verantwortungsträgern in Politik und Gesellschaft:

• Armut bekämpfen
Armut schafft Kinderarbeit, und Kinderarbeit schafft Armut. Alle Maßnahmen sind darauf auszurichten, den Teufelskreis von Armut, fehlender Bildung und Kinderarbeit zu durchbrechen. Kinderarmut muss dabei als besondere Form von Armut wahrgenommen und mit eigenen Strategien bekämpft werden.

• Schulbesuch fördern
Bildung ist eine Chance, der Armut zu entkommen. Eltern und Kinder müssen das erkennen und nachvollziehen. Regierungen müssen Schulbildung, Schulmaterial, Gesundheitsvorsorge und Schulessen kostenlos anbieten, damit Kinder nicht mehr zum Haushaltseinkommen beitragen müssen und arme Familien entlastet und unterstützt werden. Nur dann ist Schule für viele Kinder aus armen Familien erst möglich.

• Ausbeutung in Familien bekämpfen
Ausbeuterische Kinderarbeit findet oft im familiären Kontext statt: Kinder stellen zuhause Produkte für den in- oder ausländischen Markt her. Diese innerfamiliäre Produktionsform ist in vielen Ländern üblich. In Indien zum Beispiel fällt sie nicht unter das gesetzliche Kinderarbeits- Verbot, erfüllt aber in jeder Hinsicht die Kriterien ausbeuterischer Kinderarbeit.

• Verbrechen an Kindern ahnden
Die ILO-Konvention 182 zählt Kinderprostitution, Kinderhandel, Sklaverei und Drogenhandel als Formen des Missbrauchs von Kindern zu den „schwersten Formen ausbeuterischer Kinderarbeit“. Aus unserer Sicht jedoch sind das schwere Straftaten, die allein unter dieser Perspektive betrachtet und geahndet werden müssen.

• Arbeitende Kinder zu Wort kommen lassen
Die Kinderrechtskonvention sieht die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen bei Themen, die sie betreffen, ausdrücklich vor. Deshalb müssen ihre Meinungen und Erfahrungen ernst genommen und lokal wie global in politische Programme integriert werden.

• Eigenes Konsumverhalten überprüfen
Auch wenn die Herstellung exportorientierter Produkte nur einen geringeren Teil ausbeuterischer Kinderarbeit ausmacht, ist der eigene Konsum ein wichtiger Faktor bei der Bekämpfung ausbeuterischer Kinderarbeit: Wenn wir weniger konsumieren und Produkte aus dem Fairen Handel bevorzugen, nehmen wir unsere Verantwortung in globalen Fragen wahr.

Hier gibt's den Film zur diesjährigen Aktion.
Hier gibt's weitere Info's zur Aktion.

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